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Quelle: handball.ch / zvg

HV Olten

Trainer kickt Spielerin nach verpasstem Aufstieg in Hintern

Drama pur im finalen Spiel der Oltner Handballerinnen: Gegen den HV Herzogenbuchsee scheint der Aufstieg zum Greifen nah. Als es dann doch nicht klappte, rastet Olten-Trainer Christian Müller komplett aus und tritt seine Spielerin in den Hintern.

Update: Sieben Spielsperren und 700 Franken Busse, das ist das Verdikt der Disziplinarkommission Leistungssport (DKL) nach der Entgleisung von Christian Müller. Das hat der Verband am Montag auf seiner Webseite bekanntgegeben.

Weitere Konsequenzen?

Da Christian Müller auch «Leiter Ausbildung» beim Schweizerischen Handballverband ist, wird der Vorfall intern weiter spannend bleiben. «Der SHV arbeitet die Geschehnisse als Arbeitgeber von Christian Müller sorgfältig auf und lässt das Urteil der DKL in diesen Prozess einfliessen», heisst es in der Mitteilung. Wann in diesem Zusammenhang ein Entscheid über weitere Konsequenzen für Müller fällt, liess der Verband offen.

Wie es genau zu dem Vorfall kam, kannst du hier nachlesen:


Innerhalb weniger Minuten ist es den Spielerinnen des HV Olten gegen Herzogenbuchsee gelungen, einen 4-Tore-Rückstand aufzuholen. Ein Tor würde nun reichen, um den Aufstieg in die NLA sicherzustellen. Neun Sekunden vor Schluss gehen die Oltner Handballerinnen dann auch tatsächlich in Führung, der Aufstiegstraum platzt aber in letzter Sekunde. Weil Olten für den letzten Angriff Torhüterin Fabienne Huber durch eine Feldspielerin ersetzte, fehlte sie beim Anspiel von Herzogenbuchsee zwischen den Pfosten im Tor. Das Team aus Herzogenbuchsee schaltet blitzschnell und versenkt den Ball vom Anspielpunkt ins leere Tor – 32:32-Unentschieden und verpasster Aufstieg für Olten.

Olten-Trainer rastet aus

Damit kämpft vor allem Olten-Coach Christian Müller. An der Seitenlinie kickt er aus dem Nichts seiner Spielerin Merita Shabanaj mit dem Knie in den Hintern. Angeblich hätte sie den Rückwechsel auf die Torhüterin vollziehen müssen. Weil dies für Trainer Müller offenbar zu langsam vonstattenging, greift er zu drastischeren Mitteln und überrascht Shabanaj mit dem Tritt. Diese versteht die Welt nicht mehr, schaut sich fragend um und hält ihre Hand auf die betroffene Stelle. Eine Mitspielerin nimmt sie in den Arm und will sie trösten. Währenddessen geht Christian Müller weiter und diskutiert mit dem Schiedsrichter und dem gegnerischen Trainer. Doch damit nicht genug: Als der Olten-Coach fertig diskutiert hat und sich verabschiedet, kickt er den Spielball quer durch die Halle.

Rücktritt

Auf Facebook verkündet Christian Müller am Dienstagmorgen seinen Rücktritt als Trainer des HV Olten. Nach vier Jahren, in denen er mit «viel Leidenschaft und Herzblut» das Traineramt ausgeübt habe, sei die Zeit gekommen, sich zurückzuziehen schreibt er. Er bedanke sich beim Verein für das Vertrauen und wünsche dem HV Olten alles Gute für den weiteren Weg.

«Ein nicht akzeptables Verhalten meinerseits, für das ich mich aufrichtig bei meiner Spielerin, meinem Team und unserem Verein entschuldigt habe», schreibt Müller. Das Team habe die Entschuldigung angenommen, wofür er sehr dankbar sei. «Es bedeutet mir viel, dass wir als Menschen im Guten auseinander gehen können.»

Das komplette Statement
Foto: Facebook Screenshot

Der Verein hat ebenfalls ein Statement zu den aktuellen Geschehnissen abgegeben. Auf der Homepage des HV Olten heisst es:

Und weiter: «Das Verhalten von Christian Müller wird in keiner Weise toleriert.» Die guten Wünsche, die Christian Müller auf Facebook dem Verein mitgibt, erwidert auch der HV Olten: «Das wünschen wir Christian ebenfalls und bedanken uns für sein grosses Engagement in den vergangenen vier Jahren.»

Quelle: ArgoviaToday, Solothurner Zeitung & Radio 32
veröffentlicht: 24. Mai 2022 08:57
aktualisiert: 31. Mai 2022 08:51