Besonders im Baunebengewerbe gibt es eine hohe Durchfallquote.
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Reihenweise Lehrlinge fallen durch die Abschlussprüfung

Nach einer drei- bis vierjährigen Lehre wartet die wegweisende Abschlussprüfung. Jedes Jahr schaffen diese Tausende Jugendliche nicht. Insbesondere das «Baunebengewerbe» ist davon betroffen. Massnahmen werden kaum ergriffen.

Im vergangenen Jahr sind gesamtschweizerisch 5889 Jugendliche durch die Lehrabschlussprüfung gerasselt – das sind 8.2 Prozent, wie die Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen. Bereits das ist ein hoher Durchschnitt, wenn man bedenkt, dass bei den Maturitätsprüfungen die Durchfallquote bei gerade Mal vier Prozent liegt. Dennoch gibt es Berufe, bei denen besonders viele Jugendliche durchfallen – betroffen soll vor allem das sogenannte «Baunebengewerbe» sein.

In 27 Berufen, darunter Plattenleger, Bodenleger, Heizungs- und Sanitärinstallateure, fielen im vergangenen Jahr 20 Prozent und mehr durch die Abschlussprüfung. Spitzenreiter sind die Lüftungsanlagebauer mit einer Durchfallquote von rund 40 Prozent.

An wem liegt es?

An den Lehrlingen! Dieser Meinung ist Daniel Heusser, Geschäftsführer von Boden Schweiz, dem Branchenverband der Bodenleger. Auf eine Medienanfrage sagt er, dass vielen Jugendlichen das Verantwortungsbewusstsein und der Berufsstolz fehle. Hinzu kommen laut Heusser Schulmüdigkeit und eine schlechte Vorbereitung aufs Berufsleben in der Oberstufe.

Es liegt klar an den Lehrbetrieben! Diese Meinung vertritt hingegen Julius Kopp, Jugendsekretär der Gewerkschaft Unia. Auf seinem Bürotisch würden sich demnach die Beschwerden von Lehrlingen stapeln. «Vor allem die Baubranche leidet auch wegen fehlender Gesamtarbeitsverträge unter akutem Fachkräftemangel, gleichzeitig sind die Auftragsbücher übervoll. Da bleibt keine Zeit für gute Ausbildung», so Kopp auf Anfrage.

An wem die hohen Durchfallzahlen im Baunebengewerbe liegen, ist also nicht ganz geklärt. «Wir kennen die Gründe nicht», sagt der Bildungsforscher Markus Neuenschwander. Er verlangt, dass jetzt die Ursachen gesucht werden – beispielsweise mit einem Monitoring von Problemberufen durch die Berufsbildungsämter.

Obwohl die Statistiken seit Jahren auf das Problem hinweisen, fehlen bis jetzt griffige Massnahmen. 2014 hat der Bundesrat demnach aufgrund eines entsprechenden Berichts entschieden, dass kein Handlungsbedarf besteht. Er verwies damals auf die Berufsverbände und Kantone.

Tipps zum Lernen

Überreize deine Aufmerksamkeitsspanne nicht. Am besten unterteilst du deine Lernzeit in Blöcke von 25 Minuten. In diesen lernst du konzentriert, ohne Ablenkung und Unterbruch. Danach machst du eine Pause von fünf Minuten, bevor du mit der nächsten Einheit startest. So kannst du deine Aufmerksamkeitsspanne optimal nutzen und effizient lernen.

Auch Post-its können beim Lernen sehr hilfreich sein. Am praktischsten ist es, wenn du auf der Vorderseite jeweils eine Frage notierst und auf die Rückseite die Antwort schreibst. Die Lern-Post-its klebst du dann an Orte, an denen du oft vorbeikommst, wie Türe, Kühlschrank oder Klo-Deckel.

Bewegung, frische Luft und Prüfungsvorbereitung lassen sich übrigens ganz einfach miteinander verbinden, zum Beispiel mit einem «Lern-Spaziergang». Für deinen Spaziergang solltest du dir eine ruhige Strecke suchen, am besten im Wald oder an einem Fluss entlang, damit du nicht abgelenkt wirst. Dafür bereitest du dann einen selbstgemachten Lern-Podcast für unterwegs vor. Für diesen schreibst du im Vorhinein eine Zusammenfassung nieder und nimmst sie als Audio auf, welche du dann unterwegs immer wieder anhören kannst.

In diesem Sinne: Gutes Lernen und viel Glück bei den Prüfungen!

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. Mai 2022 08:53
aktualisiert: 27. Mai 2022 08:54