In der Fasnachtszeit gibt es viele leckere Spezialitäten.
Foto: Getty Images
Spezielles Essen

Darum essen wir Berliner, Krapfen und Co. an der Fasnacht

Sie sind die süsse Verführung um die Fasnachtszeit herum und in jeder Bäckerei erhältlich. Aber was haben die süssen, knusprigen Leckereien eigentlich mit der Fasnacht am Hut?

Krapfen, Schenkeli, Berliner oder Fasnachtschüechli: Die süssen Spezialitäten wurden früher am schmutzigen Donnerstag hergestellt. Der Grund dafür liegt im tiefen Mittelalter verborgen.

Möglichst kein Food-Waste

Der «schmotzige» Donnerstag war im Mittelalter der letztmögliche Schlachttag vor dem Aschermittwoch – dem Beginn der 40-tägigen Fastenzeit. Doch es wurde nicht nur geschlachtet, sondern auch Lebensmittel wie Eier, Milch und Fett mussten aufgebraucht werden, da sie in der Fastenzeit tabu waren. In den Speisekammern wären sie sonst verdorben.

So wurde in der knappen Woche bis zur «Fastnacht» – der Nacht auf den Aschermittwoch – frittiert, was das Zeug hält. Und zwar in «Schmotz», was im alemannischen Dialekt Fett oder Schmalz bedeutet. Dieses Fett war ein Nebenprodukt des Schlachtens. Frittiert wurde damals vor allem, weil es in den meisten Haushalten noch keine Backöfen gab.

Und natürlich hatte früher jede Bäuerin ihre eigenen Rezepte und besonderen Spezialitäten, was sich bis heute zeigt. Obwohl viele Gebäcke in der ganzen Schweiz beliebt sind, gibt es an verschiedenen Orten typische Spezialitäten.

Viele Spezialitäten schon vor hunderten von Jahren entstanden

«Öhrli» oder Fasnachtschüechli wurden zum ersten Mal im Kloster Kilngental in Basel im Jahr 1445 nachgewiesen. Früher wurde der Teig über dem Knie dünn gezogen und danach ins Öl gegeben. Auch Schenkeli und Quarkini werden fritiert. Sie sind allesamt dadurch entstanden, dass die Speisekammern vor der Fastenzeit geleert werden mussten.

Berliner, die ebenfalls frittiert werden, gibt es auch schon lange. Sie sind tatsächlich in Berlin entstanden, und zwar als um 1750 ein Feldbäcker beim Heer «Kanonenkugeln» aus Hefeteig formte und sie in heissem Fett frittierte.

Zwar nicht ganz so alt, aber mindestens so bekannt waren die legendären Birnenkrapfen der Konditorei Gröger aus Walenstadt. Zwar hat diese Bäckerei seit 20 Jahren die Tore geschlossen, aber Krapfen erhält man auch in vielen anderen Bäckereien.

Mit diesem Wissen über die süssen Verführungen in der Fasnachtszeit kannst du nun bestimmt bei deinen Freunden auftrumpfen.

Quelle: FM1Today & Radio 32
veröffentlicht: 21. Februar 2022 13:46
aktualisiert: 21. Februar 2022 13:46