Satellitenschüsseln sammeln immer genauere Wetterdaten aus dem All.
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Gewitter oder Sonne

Wie zuverlässig sind Wetterprognosen?

Das Wetter bestimmt viele Aktivitäten in unserem Leben. Deshalb konsultieren wir Prognosen und erwarten, dass diese auch stimmen. Doch wie zuverlässig kann ein Wetter-Radar überhaupt sein?

Soll ich heute mit dem Pullover zur Arbeit oder reicht ein T-Shirt? Wann ist der beste Zeitpunkt, um den Rasen zu mähen? Können wir den Ausflug am Wochenende durchführen oder müssen wir ihn verschieben? Das Wetter spielt eine bedeutende Rolle in unserem Leben. Täglich fragen wir uns bewusst oder unbewusst, wie sich das Wetter auf unsere Aktivitäten auswirkt.

Entsprechend checken wir die Wetter-Vorhersagen. Was dabei auffällt: Die Prognosen bei den unterschiedlichen Apps und Websites weichen oft voneinander ab. Laut den Infos auf der einen Plattform muss bereits am Nachmittag mit Regen gerechnet werden, gemäss der anderen Plattform kommt die Nässe erst am Abend.

Roger Perret, Meteorologe bei MeteoNews, erklärt, weshalb die Prognosen so unterschiedlich ausfallen können. «Die verschiedenen Wetter-Stationen nutzen unterschiedliche Modelle.» Diese würden manchmal «meilenweit» auseinander liegen. Aber auch wenn dasselbe Modell verwendet würde, sei dies keine Garantie für identische Prognosen. Die Daten werden oftmals auch dann unterschiedlich interpretiert.

Gewitter-Prognosen sind oftmals falsch

Vor allem Gewitter seien sehr schwer korrekt zu prognostizieren. «Wir sind bei Gewitter-Vorhersagen an den Grenzen der Meteorologie angelangt», sagt Perret. Die vielen lokalen Einflüsse führen dazu, dass es nicht möglich sei, Ort, Zeit und Stärke von Gewittern mit grosser Sicherheit anzuzeigen. Auch die besser werdenden Modelle können hierbei nur bedingt helfen.

Gewitter entstehen oftmals unkontrolliert schnell. Prognosen sind deshalb schwierig.

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Roger Perret vergleicht die Gewitter-Prognosen mit einem kochenden Wassertopf: «Wo und wann die Blubber-Bläschen aufsteigen, kann nicht gesagt werden.» Unzutreffende Prognosen könne es deshalb auch in Zukunft geben.

Vorhersagen werden zuverlässiger

Untersuchungen zeigen, dass eine Wetter-Prognose für die nächste Woche ungefähr so zuverlässig ist wie die Wetterprognose vor 30 Jahren für den nächsten Tag. Die 24-Stunden-Vorhersage trifft zu etwa 90 Prozent zu. Die Treffsicherheit für die kommenden drei Tage liegt bei ungefähr 75 Prozent.

Roger Perret ist überzeugt, dass die Prognosen genauer werden. Gewisse Ungenauigkeiten bleiben jedoch bestehen. Die Lösung bilden Wahrscheinlichkeiten. «Dadurch kann man als Meteorologe etwas ausweichen, gleichwohl aber ehrlich bleiben», sagt der Fachmann und fügt an: «Bei Angaben mit 80- bis 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit kann davon ausgegangen werden, dass wir uns ziemlich sicher sind.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. Juli 2022 11:50
aktualisiert: 4. Juli 2022 11:50