Tschugger
Foto: Keystone
Schweizer Erfolgs-Serie

«Tschugger» erreicht über 30 Prozent Marktanteil

Die Schweizer TV-Serie über eine Walliser Polizeizentrale wird mit Lob überhäuft. «Die Zuschauerzahlen übertreffen die Erwartungen bislang bei Weitem», heisst es bei SRF.

Alle fünf Folgen der TV-Serie «Tschugger» sind über den Sender gelaufen. Auch in den Medien erhält die Serie, die eine Produktion von Shining Film und SRF in Zusammenarbeit mit Sky Schweiz ist, viel Lob. «Endlich ist SRF wieder lustig», titelte beispielsweise die Sonntagszeitung.

Um was geht es in der Serie?

Im Zentrum der Comedy-Geschichte steht der abgehalfterte Walliser Polizist Bax Johannes Schmidhalter (David Constantin), der lokalen Drogendealern auf der Spur ist. Um ihnen das Handwerk zu legen, spannt er den schüchternen Praktikanten Smetterling in eine gefährliche Undercover-Mission ein. Diese geht natürlich gehörig schief.

Gleichzeitig steht der gesamte Polizeiposten unter Beobachtung der Bundespolizistin Annette Brotz (gespielt von Sängerin Anna Rossinelli). Grund dafür ist ein medial aufgegriffenes, illegales Belegschafts-Besäufnis in einem Naturschutzgebiet, das ebenfalls ausser Kontrolle geraten ist.

Das Drehbuch für «Tschugger» entstand in einem Writer's Room – und was überrascht: David Constantin ist der einzige Walliser in der Autorengruppe. Der Dialekt, der von Seiten des Publikums als eines der zentralen Humorelemente gewertet werden dürfte, kam erst ganz am Schluss dazu.

Die Schauplatzwahl fiel in erster Linie deshalb auf das Wallis, «weil man den Leute da nachsagt, sie seien immer rund zwanzig Jahre hinten drein», so Constantin. Was wiederum perfekt zu den beabsichtigten Bezügen zu älteren Cop-Serien passe.

Er und sein Team sind vor ein paar Jahren auch schon daran gescheitert, als sie das Konzept für die Polizeikomödie beim Schweizer Fernsehen erstmals einreichten, ohne einen Trailer dazu produziert zu haben. Man sagte ihnen, die Serie sei «Wilder» zu ähnlich – weil Krimielemente und Berge vorkommen. Aber wie humorvoll die Mischung aus Parodie, Klischees und grossartiger Erzählkunst ist, erkennt man dann eben doch erst, sobald der Fernseher läuft. Und zwar schon in den ersten Minuten.

Zur Erfolgs-Serie gemausert

Die Serie wird, wie bereits erwähnt, hoch gelobt. Gab es solche Comedy-Ansätze doch schon länger nicht mehr. Doch was sagen – bei all dem Lob – die Einschaltquoten?

Hinzu kommen über 100'000 Userinnen und User, die bereits die komplette Serie auf Play SRF und Play Suisse im Binge-Modus gesehen haben. Für SRF ist klar: «Diese starke Onlinenutzung zeigt, dass wir mit der Serie vor allem auch das jüngere Zielpublikum sehr gut erreichen.» Mit «Tschugger» habe SRF dem Publikum und sich selbst ein schönes Weihnachtsgeschenk gemacht.

Das ist nur der Anfang

Constantin, der bislang vor allem für Werbespots und die Webserien «Tschutter» und «Rocco» bekannt war, findet die erste «Tschugger»-Staffel schon fast langweilig, wie er lachend sagt. «Wir haben es geschafft, in der zweiten Staffel noch einen Zacken zuzulegen.» Im Writer's Room gilt der Grundsatz: Was das nahe Umfeld lustig findet, wird gemacht.

Viel gelacht hat aber auch Anna Rossinelli, die in «Tschugger» neben anderen Laiendarstellerinnen und -darstellern ihre ersten Schauspielerfahrungen gesammelt hat. «Vor meiner Zusage habe ich nur den Trailer gesehen – und damit hatten sie mich», sagt die Baslerin. Die Dialoge und die Figuren hätten sie dann nach näherem Kennenlernen zusätzlich überzeugt. «Tschugger» sei einfach ein frisches, neues, junges Projekt.

Rossinelli, soviel darf man über die zweite Staffel noch verraten, wird weiter dabei sein. Aber: Sie sei und bleibe hauptberuflich Musikerin. Die Rolle als Polizistin habe ihr gezeigt, dass man beim Drehen wach sein und einem gewissen Druck standhalten müsse. «Auf der Bühne fühle ich mich dagegen sicher und frei und kann auch mal die Augen schliessen.»

Quelle: Radio 32
veröffentlicht: 17. Dezember 2021 11:22
aktualisiert: 17. Dezember 2021 11:23