Hoffnungsbarometer
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Hoffnungsbarometer 2022

Schweizer und Schweizerinnen sind weniger hilfsbereit

Das Verhalten der Schweizer Bevölkerung war im letzten Jahr stark geprägt von der Pandemie. Schweizerinnen und Schweizer waren weniger hilfsbereit und unsozialer. Dies zeigt der Hoffnungsbarometer 2022, eine Studie die auf einer Bevölkerungsbefragung basiert.

Laut Studienautor Andreas M. Krafft ist die soziale Verbundenheit im Vergleich zu den Vorjahren auf ein Allzeittief gesunken. Vor allem die Impffrage habe zu Meinungsverschiedenheiten bei Grundsatzfragen und wichtigen Gesellschaftsthemen geführt.

Die Studie «Hoffnungsbarometer 2022» basiert auf einer Online-Umfrage, an der zwischen dem 12. und 30. November 5546 Personen teilnahmen. Für die Studie arbeitete die Universität St.Gallen mit Swissfuture, der Schweizerischen Vereinigung für Zukunftsforschung, und Swippa, der Schweizerischen Gesellschaft für Positive Psychologie, zusammen.

Hilfsbereitschaft nicht mehr an der Tagesordnung

Im Jahr 2021 war die Schweizer Bevölkerung weniger hilfsbereit als noch im Vorjahr, wie der Hoffnungsbarometer zeigt. Knapp 68 Prozent waren bereit, anderen zu helfen. Im Jahr 2020 waren es noch rund 72 Prozent.

Die soziale Verbundenheit entwickelte sich 2021 bei zwei Drittel der Befragten nur geringfügig oder gar nicht positiv. Lediglich für ein Drittel der Bevölkerung nahm die Verbundenheit mit anderen Menschen im Verlauf des Jahres spürbar zu. Im Vergleich dazu waren es in Portugal knapp 65 Prozent der Personen.

Auch die emotionale Verbundenheit litt unter der Pandemie. Über ein Viertel der Befragten aus der Schweiz fühlten sich von ihren Mitmenschen kaum oder gar nicht emotional getragen. Nur gerade 23 Prozent gaben an, sich ziemlich bis oft emotional unterstützt zu fühlen.

Anhaltende Pandemie hat Solidarität abgeschwächt

Laut dem Hoffnungsbarometer hat die Hilfsbereitschaft anderen Menschen gegenüber wieder abgenommen, weil die Belastung durch die Pandemie länger andauert und dadurch gesellschaftliche Spannungen entstanden sind.

Noch 2020 waren die Menschen viel eher bereit, ihren Mitmenschen unter die Arme zu greifen und sich solidarisch zu zeigen, um durch die Pandemie zu kommen, so Studienautor Krafft. Nun sei dieses Feuer, «es gemeinsam zu packen», jedoch grösstenteils erloschen.

Auch Freundschaften und familiäre Beziehungen litten im letzten Jahr unter der Pandemie. Besonders die Corona-Impfung sorgte für Meinungsverschiedenheiten.

Zusammenhalt wichtiger denn je

Doch eigentlich bräuchte es gerade jetzt sozialen Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung, sagt Krafft. «In der jetzigen Situation müssen wir Menschen mit anderen Meinungen umso mehr Verständnis und Respekt entgegenbringen.» Viele Menschen fühlten sich alleine gelassen. «Um den notwendigen Gemeinschaftssinn wieder herzustellen, braucht es eine gewisse Verbundenheit und Geborgenheit.»

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 3. Januar 2022 10:30
aktualisiert: 3. Januar 2022 10:30