Beim Bouldern klettert man ungesichert in Absprunghöhe. Ziel ist es, eine Route, auch Problem genannt, zu lösen und oben anzukommen.
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Steigendes Interesse

«Natürlichem Drang nachgehen»: Bouldern mausert sich zur Trendsportart

Im Mittelland eröffnen immer mehr Boulderhallen. Dadurch wird der Sport immer bekannter. Die Betreiber der Hallen sehen für die steigende Beliebtheit ihres Sports unterschiedliche Gründe.

Schon seit Längerem kann man in Solothurn im Alten Spital klettern. Das ist aber längst nicht der einzige Ort zum Bouldern im Mittelland. Solche Hallen findet man unter anderem auch in Biberist, Olten, oder wer etwas weiter weg aus dem Mittelland will, auch in Baden oder Windisch. Seit einigen Jahren steigt das Interesse am Sport und scheint nicht abzunehmen. Wie die Boulderhalle in Windisch berichtet, habe man dort seit der Aufheben der Corona-Schutzmassnahmen im März einen Besucheranstieg von 20 Prozent verzeichnet, trotz immer mehr Konkurrenz.

Dass Boulderhallen momentan aus dem Boden zu spriessen scheinen, hat laut Betreibern einen Grund. Früher hat man vor allem Berglerinnen und Bergler begeistert vom Bouldern. Mit den Hallen kann man nun aber auch ein urbanes Publikum ansprechen. Dies mache den Sport zugänglicher. Michael Frei von der Kletterhalle «Blockchäfer» sieht einen Grund für das steigende Interesse unter anderem darin, dass Bouldern bei den Olympischen Spielen als Disziplin aufgenommen wurde. Beim Klettern ohne Sicherung könne man zudem seinen Instinkten nachgehen: «Der Mensch hat einen natürlichen Drang, an Dingen hochzuklettern. Das Bouldern ist die einfachste Form, um diesem Drang nachzugehen», so Frei.

Körper und Geist sind gefordert

Beim Bouldern spielen nicht nur die Muskeln, sondern auch das Köpfchen eine Rolle. Das mache es spannender, als ins Fitnessstudio zu gehen, sind die Hallenbesitzer überzeugt. «Beim Bouldern trainiert man sowohl den Körper als auch den Geist. Wenn man eine Strecke geschafft hat, ist das ein augenblickliches Erfolgserlebnis.» Die Kombination von Kraft, Technik, Taktik und mentaler Stärke sieht Frei als weiteren Grund für die Beliebtheit. Beim Bouldern gilt es, eine bestimmte Route, auch Problem genannt, zu meistern. «Boulder-Probleme sind oft kurz, dafür intensiv. Im Vergleich zum Klettern ist das Bouldern also eher ein Sprint anstatt ein Marathon, wobei es aber nicht um die Geschwindigkeit geht, sondern ums oben Ankommen», betont Frei.

Bouldern ist für alle geeignet

Da man beim Bouldern nur in Absprunghöhe klettert, brauche man kein Spezial-Wissen über Seilsicherung und keine Klettergspöndli, die aufpassen, erklärt Frei. So trifft man in den verschiedenen Boulderhallen ein diverses Publikum an, oftmals liegt das grösste Interesse aber bei jüngeren Personen und Familien.

Quelle: ArgoviaToday & Radio 32
veröffentlicht: 8. April 2022 14:57
aktualisiert: 8. April 2022 14:57