Plastik im Meer
Foto: Keystone
«Team Seas»

Die bekanntesten YouTuber der Welt starten Aktion für weniger Plastik im Meer

«Team Seas» nennt sich die Aktion, die gerade international auf Social Media die Runde macht. Dabei geht es um eine Spendenaktion, die auf die Plastikverschmutzung in den Weltmeeren aufmerksam machen will.

Sie nennen sich «MrBeast» und «Mark Rober». Die Rede ist von zwei der weltweit bekanntesten Video-Creator auf der Plattform YouTube. Dort haben die beiden jeweils mehr Followers, als das amerikanische Weisse Haus, die Vereinigten Nationen und der Musiker Kanye West zusammen!

Nun nutzen die beiden ihre enorme Reichweite, um zusammen mit ganz vielen anderen YouTubern ein Spendenprojekt zu starten – nämlich «Team Seas». Die Idee dahinter ist einfach: Für jeden Dollar, der gespendet wird, soll ein Pfund (ca. 0.45 kg) Plastikabfall aus den Ozeanen entfernt werden.

Das Team Seas Logo

Doch warum ist das Thema so wichtig?

Mehr als 10 Millonen Tonnen Abfälle gelangen jährlich in die Ozeane. Dort können Plastikteile verheerende Folgen für die Tierwelt haben. Seevögel oder Wasserschildkröten beispielsweise verwechseln Plastik mit natürlicher Nahrung. Andere Tiere wie Delfine können ihre Flossen in Plastikteilen verheddern. Die Folge: Jährlich sterben viele Tausende Tiere am Müll im Meer.

Das gesammelte Geld der Spendenaktion geht deshalb in grossen Teilen an eine Organisation, die sich schon länger mit der Plastikverschmutzung in den Meeren auseinandersetzt. Diese heisst «The Ocean Cleanup». Ihr Ziel ist es, 90% des gesamten Plastikabfalles, der im Meer landet, zu entfernen – und das mit modernster Technik.

Die Organisation hat in ihrer Forschung herausgefunden, dass das meiste Plastik durch Flüsse ins Meer gelangt. Besonders auffallend: 1% der weltweiten Flüsse sorgen für ganze 80% des Plastikaufkommens in den Meeren. Um das Problem an der Wurzel zu packen, wurde ein Schiff gebaut, welches in genau diesen Flüssen Plastik einsammelt, bevor es ins Meer gelangt.

Das Schiff funktioniert rein durch Solarenergie und völlig autonom. Es nutzt die natürliche Strömung des Flusses zusammen mit einer schwimmenden Barriere, um den Abfall auf ein Förderband an Board zu bringen. Im Video von Mark Rober (in Englisch) zeigt der sogenannte «Interceptor» was er kann:

Auf der extra für die Aktion eingerichteten Webseite kann gespendet werden. Dort gibt es nebst weitern Infos auch ein Leader-Board. Zu den grosszügigsten Spendern gehört aktuell Tobias Lütke, CEO und Gründer des erfolgreichen E-Commerce-Unternehmens «Shopify», mit einer Spende von über 1,2 Millionen Dollar. Bis zum Jahresende will das Team Seas 30 Millionen Dollar sammeln. Nur ein paar Tage nach der Veröffentlichung des Projektes auf Social Media kamen bereits Spenden im Wert von über 12 Millionen Dollar zusammen. Dem gesetzten Ziel scheint also nichts im Weg zu stehen.

Quelle: Radio 32
veröffentlicht: 4. November 2021 16:36
aktualisiert: 4. November 2021 16:33