Pünktlichkeit ist nicht jedermanns Sache
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Schlechtes Zeitgefühl

Deshalb ist Pünktlichkeit für einige so schwierig

Jeder kennt wohl mindestens jemanden, der immer zu spät ist. Warum einige Leute es einfach nicht schaffen, pünktlich zu sein und welche Möglichkeiten es gibt, die nervige Angewohnheit loszuwerden und wie du es in Zukunft schaffst, pünktlich zu sein.

In vermutlich jedem Freundeskreis gibt es mindestens jemanden, der dafür bekannt ist, immer zu spät zu kommen. So kennt wohl jede Person einen Zuspätkommer oder eine Zuspätkommerin – und wenn nicht, ist man es wahrscheinlich selbst. Aber warum ist es eigentlich für einige Menschen so schwierig, pünktlich zu sein?

Ein Grund dafür ist die Persönlichkeit

In der Psychologie gibt es ein Modell mit fünf Dimensionen für die Persönlichkeit. Dazu gehören Offenheit, Geselligkeit, Kooperationsbereitschaft, Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit. Genau diese Gewissenhaftigkeit ist laut «bbc» ein wichtiger Faktor, die das Zuspätkommen erklärt. Sie wird unter anderem dadurch definiert, wie ordentlich, organisiert oder eben pünktlich Menschen sind – bei chronisch Verspäteten ist dieses Merkmal deshalb anders ausgeprägt als bei pünktlichen Menschen.

Zeit wird unterschiedlich wahrgenommen

Ein weiterer Faktor ist die Wahrnehmung der Zeit. Während auf der einen Seite Menschen sind, für die eine Minute auch eine Minute bedeutet, geht für andere eine Minute langsamer vorbei und sie sehen alles entspannter. Solche Menschen mögen keine Routine, machen nicht etwas fertig, bevor sie etwas anderes anfangen und können sich extrem in etwas vertiefen, das sie interessiert.

Deshalb ist Zeit für Unpünktliche ein sehr variables Konstrukt und keine Minute ist gleich lang wie die andere. Im Schnitt ist eine Minute für sie 77 Sekunden lang, wie in einer Studie herausgekommen ist – deshalb ist es für sie schwieriger, das Zeitmanagement im Griff zu haben und die Zukunft zu planen.

Warten auf andere kann mühsam sein.
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Soziale Erwartungen verschlimmern das Phänomen

Auch der sich angeeignete Ruf spielt eine Rolle: Von vielen Zuspätkommern ist schon bekannt, dass sie es nicht pünktlich schaffen. Teilweise wird es von den anderen schon so eingeplant und deshalb nicht mehr als ganz so schlimm angesehen. Aufgrund dessen verschlimmert sich die Unpünktlichkeit oft noch mehr und die Unpünktlichen ändern erst recht nichts an ihrem Verhalten.

Nichtsdestotrotz wird die Pünktlichkeit drastisch erhöht, wenn es sich um ein wichtiges Ereignis handelt. Das lässt sich auf die möglichen Konsequenzen zurückführen, die beim Zuspätkommen drohen würden – auch weitere Faktoren können die Pünktlichkeit erhöhen.

Muss nicht immer so bleiben: Tipps für mehr Pünktlichkeit

Obwohl die Unpünktlichkeit teilweise auf die Persönlichkeit zurückzuführen ist, kann trotzdem etwas verändert werden. Tipps dafür sind, den Tag zu strukturieren und den Arbeitsplatz aufzuräumen. Dadurch werden geordnete Denkgewohnheiten angeeignet, die zu mehr Pünktlichkeit führen sollen.

Auch mehr Zeitpuffer einzuplanen, sich die Aufgaben in einzelnen Schritten vorzustellen, häufiger nein zu sagen oder mehr Prioritäten zu setzen, kann die lästige Angewohnheit vermindern – und das sorgt auf jeden Fall für mehr Wohlwollen einer jeden pünktlichen Person.

Quelle: FM1Today & Radio 32
veröffentlicht: 29. April 2022 14:30
aktualisiert: 29. April 2022 14:30