Bei dieser Hitze gehören auch Schweissflecken wieder zur Tagesordnung dazu.
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Sommerhitze

Das kannst du gegen lästige Schweissflecken unternehmen

Der Sommer lässt die Temperaturen vielerorts in der Schweiz über die 30-Grad-Marke klettern, schwitzen ist wieder angesagt. Aber warum schwitzen wir eigentlich und was kann man dagegen tun? Eine Expertin klärt auf.

Wenn die Temperaturen schon am Morgen auf über 25 Grad steigen und man rennen muss, um den Zug oder Bus für die Arbeit noch rechtzeitig zu erwischen, dann schwitzen so manche kurz nach der morgendliche Dusche den ganzen Körper bereits wieder voll. Die daraus resultierenden Schweissflecken auf den Kleidern trägt man dann den ganzen Tag mit. Laut Bita Tafrishi, Ärztin in der Skindmed Klinik in Lenzburg, hat das Schwitzen beim Mensch viele Gründe und Funktionen.

Wärmeregulation, Entgiftung und Schutz

«Zum einen dient das Schwitzen der Wärmeregulation des Körpers. Der Körper versucht stets, eine konstante Temperatur zu halten. Bei Wärme wird Schweiss abgegeben, um die Haut durch die Verdunstung der Flüssigkeit abzukühlen», erklärt Bita Tafrishi auf Anfrage. Des Weiteren könnten Schadstoffe wie beispielsweise Alkohol über die Schweissdrüsen ausgeschieden werden. «Und zu guter Letzt hat der Schweiss auch eine schützende Funktion auf die Haut», so Tafrishi weiter. Ob jemand viel schwitzt, sei dabei sehr individuell. Laut der Expertin spielen die genetischen Komponenten eine grosse Rolle, aber auch ein höheres Gewicht sei mit einer vermehrten Schweissproduktion assoziiert.

Schweissflecken sind hartnäckig

Doch was kann man gegen eine übermässige Schweissproduktion tun? Bita Tafrishi erklärt: «Prinzipiell sollte man bei starker Schweissproduktion darauf achten, viel zu trinken.» Und weil eben auch Giftstoffe wie Alkohol oder Nikotin über die Schweissdrüsen ausgeschieden werden, sollte man deshalb auch auf den Konsum von Zigaretten und alkoholischen Getränken verzichten. Weitere Tipps der Expertin sind weite Kleidung aus Baumwolle, Deos und Antitranspirante. «Wenn dies alles nicht reicht, gibt es auch medizinische Behandlungen mit Botulinumtoxin oder Radiofrequenz Needling, welche Abhilfe schaffen können», erklärt Tafrishi.

Botox gegen das Schwitzen

Botulinumtoxin, allgemein bekannt als Botox, werde dabei beispielsweise in den Achselbereich injiziert und hemme so die Signalübertragung der Schweissdrüsen, was das Schwitzen erheblich verringern soll. «Die Wirkung hält rund ein halbes Jahr, danach muss die Behandlung wiederholt werden.» Beim Radiofrequenz Needling werden die Schweissdrüsen ganz zerstört. «Die Wirkung kann dauerhaft sein, häufig ist aber auch eine Folgebehandlung notwendig, das ist individuell verschieden. In sehr schweren Fällen und wenn andere Therapien versagen, ist auch eine operative Behandlung möglich», erklärt die Ärztin. Oftmals würde sich nach medizinischen Behandlungen kaum noch eine Schweissproduktion zeigen und damit einhergehend auch keine Schweissflecken mehr.

Als natürlicher Schweisshemmer gilt Apfelessig oder Salbei. Bita Tafrishi warnt jedoch: «Eine unsachgemässe Anwendung von Apfelessig kann der Haut schaden, sodass davon abgeraten werden sollte.» Alternativ könnten aber Salbeiblätter mit Wasser aufgekocht und die zu behandelnden Stellen vorsichtig betupft werden.

Hyperhidrose – übermässiges Schwitzen

Eine medizinische Behandlung nehmen Patientinnen und Patienten in der Skinmed Klinik in Lenzburg vor, wenn eine Hyperhidrose vorliegt – ein übermässiges Schwitzen. Dies könne für die Betroffenen teilweise sehr belastend sein, weiss Bita Tafrishi. «Oft stören die damit einhergehenden Schweissflecken und können beruflich auch mit Unsicherheit in Verbindung gebracht werden.» Aufregung und Stress könne die Schweissproduktion zudem zusätzlich verstärken.

Generell sagt die Expertin aber auch, dass das Schwitzen ein natürlicher und auch wichtiger Prozess sei. «Es sollte von jedem akzeptiert und nicht verpönt werden.»

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 30. Juni 2022 09:22
aktualisiert: 30. Juni 2022 09:22