Internationaler Tag der Toleranz
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Internationaler Tag der Toleranz

Cybermobbing: Die Schweiz ist ganz vorne mit dabei

Im Zeitalter der sozialen Medien ist auch Cybermobbing nicht weit. Wusstest du, dass die Schweiz europaweit eines der am stärksten betroffenen Länder ist? Henkel Beauty Care Schweiz und Pro Juventute haben 10 Tipps zusammengestellt, was du gegen Cybermobbing tun kannst.

Sicherlich besitzt auch du ein Profil auf Facebook, Instagram oder einem anderen sozialen Netzwerk. Im Januar 2021 lag die Anzahl der monatlich aktiven Social-Media-Nutzer bei rund 4,2 Milliarden. Eine unvorstellbare Zahl. Leider ist es dabei keine Seltenheit, dass Menschen aufgrund ihrer Andersartigkeit auf diesen Plattformen ausgelacht, beleidigt und ausgegrenzt werden. Der Fachausdruck «Cybermobbing» ist deshalb schon lange nicht mehr fremd. Die Schweiz gehört europaweit zu den Ländern, die am stärksten von Cybermobbing betroffen sind. Speziell unter Jugendlichen ist das Problem akut!

Die fiesesten und schlimmsten Beleidigungen kommen meist von Menschen, die sich unter falschen Personenangaben anonym im Internet bewegen. Gerade diese Tatsache macht Cybermobbing so schlimm. Nicht nur deshalb muss Etwas dagegen getan werden. Henkel Beauty Care Schweiz und Pro Juventute haben passend zum internationalen Tag der Toleranz zehn Tipps definiert, wie gegen die Problematik vorgegangen werden kann:

  • Spreche über Cybermobbing: Sprich mit deinen Kindern über das Thema. Vor allem, wenn du vermutest, dass sie von Cybermobbing betroffen sind! So schaffst du es, ein Bewusstsein und Achtsamkeit gegenüber dieser Thematik zu entwickeln. Ein Viertel der Betroffenen erzählt nämlich niemandem, dass er oder sie gemobbt wird. Dies aus Scham und Angst, dass die Sache noch schlimmer werden könnte. Viele wollen auch ihre Eltern und Mitmenschen nicht damit belasten.
  • Reagiere schnell: Mobbing wächst durch Schweigen. Erfährst du von einem Vorfall, dann zögere nicht. Je länger geschwiegen wird, umso besser kann sich eine Mobbingsituation ausweiten.
  • Entlaste Betroffenen von Schuldgefühlen: Die meisten Menschen, die von Mobbing betroffen sind, suchen die Schuld bei sich selbst. Gib Betroffenen zu spüren, dass sie keine Schuld trifft. Schaffe dafür eine Atmosphäre des Vertrauens. Mach der betroffenen Person ja keine Vorwürfe!

Betroffene schweigen oft aus Scham und Angst. Wirst du Zeuge von einem Mobbingvorfall im Internet, dann geh auf die betroffenen Person zu und biete Hilfe an!

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  • Biete Unterstützung an: Wenn du merkst, dass sich eine Person zurückzieht und bedrückt ist, dann biete Unterstützung an. Gib dem Betroffenen zu verstehen, dass dir die Sache ernst ist.
  • Setze klare Signale: Cybermobbing ist ein No-Go! Mach das vor allem deinen Kindern klar. «Stopp» sagen ist notwendig und angebracht. Reaktionen, wie zum Beispiel «Ich finde das nicht lustig. Hör bitte auf damit!» gibt der mobbenden Person ein Signal.
  • Melde Vorfälle: Melde mobbende Personen beim Betreiber der jeweiligen Plattform! Dies führt dazu, dass ihre Profile blockiert und gesperrt werden.
  • Dokumentiere Beweise: Sichere Chatverläufe und mache Screenshots. Bewahre dieses Beweismaterial für eine allfällige Anzeige auf.
  • Informiere die Schule: Vorfälle passieren oftmals im Schulumfeld. Es empfiehlt sich, mit der Lehrperson oder mit Sozialarbeitenden Kontakt aufzunehmen.
  • Wende dich an die Polizei: Es gibt kein explizites Gesetz gegen Cybermobbing. Trotzdem sind diverse Handlungen unzulässig und strafbar. Eine Anzeige ist aber nicht immer zielführend und kann die Situation sogar verschlimmern. Bespreche deshalb die Situation mit einer Fachperson oder der Polizei.
  • Fördere das positive Selbstbild: Hilf Menschen, ihr positives Selbstbild zu fördern. Speziell in den sozialen Medien werden oft nur einseitige Idealbilder vermittelt. Die Realität ist aber vielfältig. Suche nach Wegen, wie du zu deinen Eigenheiten stehen kannst und erinnere auch deine Mitmenschen daran. So trägst du dazu bei, dass du und die Menschen in deinem Umfeld unabhängige Persönlichkeiten entwickeln.

Tun wir alle unser Bestes, dass Cybermobbing kein Raum mehr erhält und wir uns so zeigen können, wie wir wirklich sind!

Quelle: Radio 32
veröffentlicht: 16. November 2021 14:02
aktualisiert: 16. November 2021 13:58