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Quelle: Tele M1

Nach USA-Verschärfung

Auch Schweizer Politiker wollen Abtreibungen einschränken

Der US-Supreme Court hat entschieden: Amerikanerinnen haben kein Anrecht auf Abtreibungen mehr. Diese Entscheidung hat Demonstrationen im ganzen Land hervorgerufen. Und auch in der Schweiz ist die Debatte um Abtreibungs-Restriktionen wieder entfacht.

Der Entscheid vom Obersten Gerichtshof treibt Amerikaner und Amerikanerinnen auf die Strasse. Das grundsätzliche Recht auf Abtreibung wurde dort gekippt. Jeder US-Staat solle neu selber entschieden, ob es bei ihnen erlaubt sei oder nicht. Das emotionale Thema bewegt aber auch weiter über die Landesgrenze hinaus. SP-Nationalrätin Min Li Marti sieht das Urteil als eine Katastrophe: «Es nimmt den Frauen ein fundamentales Grundrecht weg, nämlich das Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen.»

Es wird erwartet, dass Abtreibungen in rund 26 US-Staaten bald zur strafbaren Handlung werden. Auch ein Taxifahrer, der eine Frau zur Abtreibung fährt, verstösst gegen das neue Gesetz. Trotzdem wünscht sich die SVP-Nationalrätin Yvette Estermann in der Schweiz ein bisschen mehr Amerika: «Als Ärztin und Politikerin muss ich sagen, freut es mich, dass doch ein Schritt gemacht wurde Richtung Schutz des ungeborenen Lebens. Wir in der Schweiz hätten bereits ziemlich gute Regeln. Aber es seien immer Verbesserungen möglich», so Estermann.

Tabu-Thema Abtreibung?

Erschüttert über den Entscheid in den USA ist die Präsidentin der Mitte Frauen Schweiz, Christina Bachmann-Roth. In der Schweiz gilt, bis zur 12. Schwangerschaftswoche dürfen Frauen selbst entscheiden, ob sie abtreiben wollen. «Das ist gut so», findet Christina Bachmann-Roth. «Mit dem Recht auf Abtreibung hat die Frau auch eine Verantwortung für das heranwachsende Leben. Und dass sollte man ihr nicht nehmen, im Gegenteil: Darüber sollte man sprechen können. Man sollte nicht kriminalisiert werden.»

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 27. Juni 2022 09:13
aktualisiert: 27. Juni 2022 09:13