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Corona

Swiss Covid

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Die Swiss Covid App soll uns sagen können, ob wir Kontakt mit infizierten Personen hatten.

Offiziell zum Downloaden, die Swiss Covid App:

Der Bundesrat hat gestern die entsprechende Verordnung zur App erlassen:

Was die Leute auf der Strasse zur App sagen und wie gross die Bereitschaft ist, diese herunterzuladen:

Der unabhängige IT-Experte Kai Scheider vom Chaostreff Bern analysiert für uns die App. Pluspunkte gibt’s für den Datenschutz. Fragezeichen gibt’s beim epidemologischen Nutzen und bei der Schnittstelle der App zu den Betriebssystemen von Apple und Google:

Fragen und Antworten des BAGs zur Swiss Covid App:

1. Welche Daten sammelt die Swiss PT-App?

Die Swiss PT-App sammelt nur Kontakt-Ereignisse, bei denen sich der Benutzer für kurze Zeit mit weniger als zwei Meter Abstand in der Nähe von anderen Swiss PT-App-Benutzern aufgehalten hat. Die Kontakt-Ereignisse werden dezentral auf dem eigenen Mobiltelefon in Form einer kryptografisch erzeugten Prüfsumme für 21 Tage abgelegt und danach unwiderruflich gelöscht. Es werden somit keine persönlichen Daten, Standorte und Informationen zum verwendeten Gerät ausgetauscht.

2. Sind die Daten sicher?
Bei einer Begegnung wird nur ein verschlüsselter Code ausgetauscht. Dieser wird lokal auf den Geräten gespeichert und nach 21 Tagen wieder automatisch gelöscht. Das gilt sowohl für die Daten im lokalen Speicher des Mobiltelefons als auch für die Schlüssel der infizierten Benutzer auf dem Server der Bundesverwaltung. Wenn die Swiss PT-App deinstalliert wird, werden die Daten auf dem Mobiltelefon automatisch gelöscht.

3. Ist der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte in die Erarbeitung der App involviert?
Ja, der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) ist in allen Phasen des Projektes involviert und begleitet es kritisch, ebenso die nationale Ethikkommission.

4. Wie ist sichergestellt, dass mein Standort via Bluetooth nicht aufgezeichnet wird?
Die Swiss PT-App verwendet keine Satelliten-Standortortung. Es ist also nicht möglich herauszufinden, wo sich eine Person bzw. ein Mobiltelefon befindet. Über Bluetooth Low Energy (BLE) lässt sich nur feststellen, dass sich ein Gerät in der Nähe eines anderen Geräts befindet. Bluetooth verfügt über drei Stufen der Annäherungserkennung, so dass die Erkennung von Kontakten auf den kritischen Bereich von ca. zwei Metern in offenen Räumen eingeschränkt werden kann.

5. Warum braucht die Swiss PT-App bei Android Zugang auf meinen Standort?
Damit die Swiss PT-App funktioniert und Zugriff auf Bluetooth hat, müssen Sie die Standort-Funktion freigeben. Bei Android-Geräten ist die Freigabe von Bluetooth an die Freigabe des Standorts gekoppelt. Deshalb muss die Standort-Funktion aktiviert werde, auch wenn die Swiss PT-App zu keinem Zeitpunkt auf Ihren Standort per Satellitenortung zugreift.

6. Werden die Daten zur Überwachung der Krankheit verwendet (Statistik nach Gemeinde)?
Einige wenige anonyme Daten werden zu Statistikzwecken verwendet. Z.B. werden folgende Informationen festgehalten:
• Anzahl erzeugter Aktivierungscodes pro Kanton;
• Anzahl der Anrufe bei der spezifischen Hotline für die benachrichtigten User;
• Anzahl der App-Downloads vom Apple- oder Google-Store.

7. Wo sind die Server für das Swiss PT-System?
Die Server befinden sich in den Datencentern der Schweizerischen Eidgenossenschaft und werden von der Bundesverwaltung in der Schweiz gehosted. Die Liste mit den anonymen Schlüsseln der infizierten Personen kann jedoch an Dritte weitergegeben werden, welche diese zum Abruf durch die anderen Benutzerinnen und Benutzer zur Verfügung stellen.

8. Für welche anderen Zwecke könnte diese Anwendung verwendet werden?
Die Anwendung wurde lediglich für die Eindämmung des Corona-Virus entwickelt und wird, sobald sie dafür nicht mehr verwendet wird, ausser Kraft gesetzt.

9. Was genau meldet die App bei einer möglichen Ansteckung?
Die App schaut nicht nur, ob Begegnungen mit infizierten Personen stattfanden, sondern auch wie lange und wie nahe diese waren. Erst wenn man sich innerhalb eines Tages über insgesamt fünfzehn Minuten in weniger als zwei Meter Abstand von infizierten Personen aufgehalten hat, ist der Verdacht auf eine mögliche Ansteckung genug gross und die Personen werden informiert.

10. Wie lange muss jemand in meiner Nähe sein, damit die Swiss PT-App einen Kontakt bemerkt?
Man muss für kurze Zeit weniger als etwa zwei Meter Abstand voneinander entfernt sein. Über Bluetooth werden nur verschlüsselte IDs, sogenannte Prüfsummen, zwischen den Mobiltelefonen ausgetauscht. Diese Abstandsmessungen via Bluetooth werden in den Test- und Pilotphasen fortlaufend weiter kalibriert, damit die Genauigkeit verbessert werden kann. Durch die von Google und Apple in Aussicht gestellten API kann die Genauigkeit der Messung weiter erhöht werden.

11. Kann die Swiss PT-App feststellen, wenn es eine Schutzwand zwischen zwei Personen hat?
Wände können die Übertragung des Bluetooth-Signals bis zu einem gewissen Grad blockieren, so dass nur sehr wenige Fehlalarme in diesem Kontext auftreten sollten. Allerdings können Plexiglasscheiben, wie sie z. B. in der Gastronomie zunehmend eingesetzt werden, nicht erkannt werden. Ebenso wenig kann das Mobiltelefon registrieren, ob die Personen Masken tragen.

12. Was passiert, wenn die beiden betroffenen Personen Masken tragen?
Die App kann nicht erkennen, wenn zwei Personen eine Maske tragen und wird den Kontakt registrieren. Ein Kontakt innerhalb von zwei Metern zwischen zwei Personen, die eine Maske tragen, wird aber nicht als Übertragungsrisiko betrachtet. Hauptgrund ist die momentane Meinung der Experten, dass das Virus hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen wird und diese durch Masken gut unterbunden werden kann.

13. Was passiert, wenn das Gerät in der Nähe eines anderen Geräts aufgeladen wird, die Besitzer der Telefone aber keinen Kontakt zueinander hatten?
Wenn zwei Mobiltelefone mit installierter Swiss PT-App beim Laden der Akkus näher als zwei Meter voneinander entfernt sind, wird das als Kontakt registriert. Die Swiss PT-App kann nicht unterscheiden, ob das Mobiltelefon in der Nähe des Besitzers ist oder nicht.

14. Ein Mobiltelefon kreuzt an einem Tag ja mehrere hundert andere Geräte. Brauchen die Swiss PT-App und die gesammelten Daten viel Platz auf meinem Handy?
Auf Ihrem Mobiltelefon werden nur die verschlüsselte IDs von anderen Mobiltelefonen erfasst, die in weniger als zwei Metern Abstand befinden. Die Datenmenge, die gespeichert wird, ist sehr klein und ist angesichts der Speicherkapazitäten moderner Mobiltelefone unproblematisch.

15. Was sind die Auswirkungen auf die Batterie?
Die Swiss PT-App ist so energiesparend wie möglich umgesetzt. Da Bluetooth Low Energy immer aktiv ist, wird der Stromverbrauch leicht erhöht. Die neuen technischen Schnittstellen von Apple und Google sollen den Energieverbrauch für Proximity Tracing Apps aber senken. Dafür müssen die Mobiletelefone auf die neusten Mobiltelefon-Betriebssysteme upgedatet werden.

16. Die Anwendung der beiden Eidgenössisch Technischen Hochschulen Zürich (ETHZ) und Lausanne (EPFL) arbeitet mit einem eigenen Protokoll. Dieses wird dann auf das Apple- und Google-Protokoll überführt. Ist die Datensicherheit dann noch gewährleistet?
Die Anwendungsschnittstelle (API) von Apple/Google ist keine App auf den Mobiltelefonen. Es handelt sich um einen von Apple/Google vorgeschlagenen Standard zur genaueren Schätzung des Abstands zwischen zwei Mobiltelefonen via Bluetooth und zur Senkung des Stromverbrauchs durch Bluetooth Low Energy. Die Datensicherheit bleibt gewährleistet – der Standard von Apple/Google setzt ebenfalls auf das DP-3T-Konzept der beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen Zürich und Lausanne.

17. Können Warnmeldungen auch dann empfangen werden, wenn man keine Internetverbindung hat?
Nein, ohne Internetverbindung kann die Swiss PT-App keine Warnmeldung erhalten. Darum sollten Sie sich regelmässig mit dem Internet verbinden. Das kann auch über WLAN geschehen. Es ist aber nicht nötig, dass das Smartphone permanent mit dem Internet verbunden ist.

18. Wie kann ich steuern, wann meine Daten mit dem Server synchronisiert werden?
Immer wenn das Mobiltelefon mit dem Internet verbunden ist, macht die Swiss PT-App regelmässig eine Abfrage auf dem Server der Bundesverwaltung. Dies ist notwendig, damit die Swiss PT-App Warnmeldungen empfangen kann. Das Abfrageintervall kann vom Benutzer nicht beeinflusst werden. Ist das Mobiltelefon nicht mit dem Internet verbunden, werden von der Swiss PT-App keine Abfragen durchgeführt.

19. Muss ich Bluetooth immer eingeschaltet haben? Was ist, wenn ich Bluetooth nicht eingeschaltet habe?
Damit Begegnungen erkannt werden können, muss Bluetooth immer eingeschaltet sein. Die Batterienutzung erhöht sich dadurch nur leicht.
20. Ist es möglich, andere Bluetooth-Funktionen zu nutzen (z. B. Headsets ans Mobiltelefon anschliessen), wenn die Swiss PT-App aktiv ist?
Die Nutzung von Bluetooth für die Verbindung mit Kopfhörern etc. wird auch mit aktivierter Swiss PT-App weiterhin möglich sein.

21. Ist es möglich, Bluetooth nur für die Swiss PT-App zu aktivieren und sonst „unsichtbar“ durch die Stadt zu gehen?
Nein, das ist nicht möglich. Ist Bluetooth auf dem Mobiltelefon aktiviert, nutzen alle installierten Apps, für welche die Bluetooth-Funktion freigeschaltet ist, diese Funktechnik.

22. Kann ich die Swiss PT-App zwischenzeitlich deaktivieren?
Ja, das ist möglich, z. B. indem in der App das Tracing deaktiviert wird. Die Swiss PT-App funktioniert aber nur, wenn sie aktiviert ist. Daher wird empfohlen, sie nicht zu deaktivieren und das Mobiltelefon bei sich zur tragen, wenn man sein Zuhause verlässt und potenziell in Kontakt mit dem neuen Coronavirus infizierten Personen kommt.

23. Ich habe das neue Coronavirus – wie kann ich das mit der Swiss PT-App mitteilen?
Sie können der App eine Infektion nur dann mitteilen, wenn Ihre Erkrankung nach einem Test im Labor bestätigt wurde. Sie erhalten dann vom kantonsärztlichen Dienst, der Sie anrufen wird, einen Code, den Sie in der App freiwillig eingeben können. Wenn Sie vom kantonsärztlichen Dienst kontaktiert werden, sagen Sie, dass Sie die Swiss PT-App haben.

24. Wer gibt in der Swiss PT-App ein, dass ich positiv auf das Coronavirus getestet wurde?
Alle Benutzerinnen und Benutzer der Swiss PT-App entscheiden selber, ob sie bei einem positiven Coronavirus-Testergebnis ihre Begegnungen mit einer Benachrichtigung informieren wollen. Um weitere App-Benutzerinnen und -Benutzer zu informieren, ist zwingend die Eingabe eines Covidcodes notwendig. Diesen erhalten positiv-getestete Personen vom Personal des Kontakt-Managements (je nach Kanton sind dies die Mitarbeitenden des Kantonalen Contact Tracing, Ärzte, medizinisches Fachpersonal oder die Kantonsärzte) und geben diesen in die Swiss PT-App ein.

25. Wenn ich infiziert bin, muss ich den Covidcode in der Swiss PT-App eingeben oder kann ich mich kurzfristig entscheiden, das Resultat für mich zu behalten?
Der Covidcode ist nach der Generierung durch das Personal des Kontakt-Managements für 24 Stunden gültig. Ob und wann dieser in der Swiss PT-App eingegeben wird, entscheidet der Benutzer bzw. die Benutzerin selber. Es besteht keinerlei Zwang dazu. Die Eingabe oder Nicht-Eingabe ist anonym, d. h. niemand kann hinterher feststellen, ob der Patient den Covidcode eingegeben hat oder nicht.

26. Ich habe meinen Code falsch eingegeben und die Swiss PT-App gibt eine Fehlermeldung. Was muss ich tun?
Wenn der App-Benutzer seinen Covidcode während des Gesprächs mit der Person des Kontakt-Managements falsch eingibt und das Gespräch noch läuft, dann bittet er die Person des Kontakt-Managements, den Covidcode zu wiederholen oder einen neuen zu generieren. Wenn der Benutzer seinen Code nach dem Gespräch mit der Person des Kontakt-Managements falsch in der Swiss PT-App eingegeben hat, dann ruft er die Person des Kontakt-Managements nochmals an und bittet sie, einen neuen Covidcode zu generieren.

27. Was muss ich tun, wenn ich über einen Kontakt mit einer infizierten Person benachrichtigt werde?
Personen, die von der App über einen Kontakt mit einer infizierten Person benachrichtigt werden, können frei entscheiden, wie sie reagieren. Die App zeigt die Telefonnummer einer Infoline an, bei der diese Personen anonym weitere Informationen erhalten. Ob sie davon Gebrauch machen möchten, ist ihnen überlassen. Die App empfiehlt weiter, bei Auftreten von Symptomen den Coronavirus-Check im Internet zu machen oder medizinischen Rat einzuholen und sich in freiwillige Quarantäne zu begeben.

28. Darf ich noch arbeiten gehen, wenn ich über einen Kontakt mit einer infizierten Person benachrichtigt werde?
Wenn Sie Symptome haben, machen Sie den Coronavirus-Check im Internet und folgen Sie der Empfehlung des Checks. Oder wenden Sie sich telefonisch an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung. Wenn Sie keine Symptome haben, können Sie arbeiten gehen. Befolgen Sie weiterhin strikt die geltenden Hygiene- und Verhaltensregeln und beobachten Sie Ihre Gesundheit. Die App kann nicht abschliessend feststellen, ob beim Kontakt eine Plexiglaswand installiert war oder ob die ansteckende Person eine Maske trug. Daher wäre es unverhältnismässig, eine Quarantäne anzuordnen. Aber eine freiwillige Quarantäne ist empfohlen, sofern möglich. Ein Anrecht auf Lohnfortzahlung ist in diesem Fall aktuell nicht gegeben.

29. Wenn ich eine Warnmeldung erhalte, wie schnell sollte ich meinen Arbeitgeber informieren?
Wer mindestens 15 Minuten und in einem Abstand unter zwei Meter mit positiv getesteten Personen Kontakt hatte, erhält eine Benachrichtigung, falls dieses Kontaktereignis in der infektiösen Phase war. Man wird aufgefordert, die in der App genannte Infoline Coronavirus anzurufen, um die weiteren Schritte abzuklären. In der Regel ist niemand verpflichtet, den Arbeitgeber über einen Kontakt mit einer infizierten Person zu informieren. Sollte man sich aber aufgrund der Abklärungen in freiwillige Quarantäne begeben, wäre der Arbeitgeber selbstverständlich zu benachrichtigen.

30. Erhalte ich meinen Lohn weiter, wenn ich mich für eine Quarantäne entscheide?
Der Arbeitgeber ist bei einer freiwilligen Quarantäne nicht zur Lohnfortzahlung verpflichtet. Wer sich freiwillig in Quarantäne begibt, weil er von der App über einen Kontakt mit einer infizierten Person gewarnt wurde, soll sich beim Arzt oder der BAG-Infoline über das weitere Vorgehen informieren. Die Lohnfortzahlung ist gewährleistet, wenn die Isolation vom Arzt (Arztzeugnis) oder durch die kantonalen Behörden angeordnet worden ist. Im Falle der Quarantäne beim klassischen Contact Tracing ist hierzu eine Anordnung der kantonalen Behörden notwendig.

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