Die Sommerferien stehen an und damit viel Verkehr auf den Strassen.
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Verkehrs-Chaos

TCS gibt Tipps für die Auto-Reise im Sommer

In die Sommerferien mit dem Auto: Ein Trend, welcher infolge von Flughafen-Engpässen weiter zunehmen wird. Sarah Wahlen, Mediensprecherin beim TCS, nimmt im Interview Stellung zum drohenden Verkehrschaos und gibt Tipps für die Reise im Sommer.

Wie stark wird der Verkehr über die Ferien zunehmen?

Eine genaue Prognose ist schwierig. Eine TCS-Umfrage zeigt, dass über 70 Prozent der Bevölkerung es als sicher empfindet, trotz Corona ins Ausland zu verreisen. Wir nehmen deshalb an, dass der Verkehr auf jeden Fall stark zunehmen wird.

Rechnen Sie damit, dass das Verkehrsaufkommen wieder so stark wie vor der Pandemie sein wird?

Möglicherweise sogar noch stärker. Zum einen wird wieder so viel gereist wie vor der Pandemie. Zum anderen zeigt unsere Umfrage auch, dass es aufgrund von Flughafen-Engpässen und der Meidung von öffentlichen Verkehrsmitteln eine zusätzliche Verlagerung hin zum Auto geben kann.

In der Schweiz soll der Pannendienst wie gewohnt funktionieren. Im Ausland muss jedoch zum Teil mit längeren Wartezeiten gerechnet werden.

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In welchem Zeitraum und in welchen Regionen rechnen Sie mit dem grössten Verkehrsaufkommen?

Mitte Juli bis Mitte August ist normalerweise mit dem meisten Verkehr zu rechnen. Vor allem in der Mittelmeer-Region – Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, aber auch Kroatien – hier könnte sich der Verkehr sammeln.

Gibt es eine Möglichkeit, Staus zu umgehen?

In der Nacht und den frühen Morgenstunden ist oftmals mit weniger Verkehr zu rechnen. Da diesem Gedanken jedoch einige nachgehen werden, kann sich der Effekt in Grenzen halten. Der TCS ist bemüht, während der Ferienzeit genauere Stau-Prognosen zu veröffentlichen.

Wie bereitet sich der TCS darauf vor?

Grundsätzlich so wie immer. In diesem Jahr stellen sich jedoch weitere Herausforderungen, vor allem bezüglich der Situation im Ausland. Dies erfordert zusätzliche Vorbereitungen.

Stau vor dem Gotthard: Definitiv auch zu erwarten in den nächsten Wochen.

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Welche konkreten Probleme im Ausland meinen Sie damit?

Aktuelle Informationen zeigen, dass unsere Partner im nahen Ausland zu wenig Personal für einen Verkehrs-Ansturm haben. Zusätzlich ist aufgrund der teils nicht funktionierenden Lieferketten zu erwarten, dass Ersatzteile spät oder gar nicht geliefert werden können. Dies könnte die Bearbeitungszeit von Auto-Pannen im Ausland erheblich verlängern. Dasselbe Problem stellt sich bei Ersatzautos. Diese sind in diesem Sommer wohl ebenfalls Mangelware.

Bereitet dies dem TCS am meisten Sorgen?

Ja. In Spitzenzeiten wird es schwierig, einen lokalen Pannendienst aufbieten zu können. Dann kann es locker auch mal vier Stunden dauern, bis geholfen werden kann.

Der Verkehr auf Schweizer Strassen wird auch aufgrund ausländischen Durchreisenden stark zunehmen.

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Wie können sich Reisende auf solche Situationen vorbereiten? Was sind Ihre Tipps?

Man muss sich bewusst sein, je länger gereist wird, desto eher kann eine Panne auftreten. Wir empfehlen allen Reisenden, sich bereits im Vorfeld gedanklich mit Stau- und Pannen-Situationen auseinanderzusetzen. Deshalb lohnt es sich, genügend Spielsachen für die Kinder, Verpflegung und Unterhaltungsutensilien mit auf die Reise zu nehmen.

Ausserdem sind die «klassischen» Vorbereitungen in diesem Jahr fast noch ein wenig wichtiger: Reifendruck kontrollieren, Betriebsflüssigkeiten auffüllen und das Auto checken. So kann das Risiko einer Panne und folglich langer Wartezeiten zwar nicht ganz verhindert, aber doch etwas minimiert werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. Juni 2022 10:11
aktualisiert: 29. Juni 2022 10:11