Solothurner Sommerfilme
Foto: Zur Verfügung gestellt
14. - 21. August

Solothurner Sommerfilme

Jedes Jahr im August sorgt das schönste Solothurner Sommerkino auf der Krummturmschanze für lustige, spannende, rührende und bewegende Momente, für grosses Kino mit Perlen aus dem aktuellen internationalen Filmschaffen.

Ort Krummturmschanze, Solothurn

Cyrano | 14. August

Frankreich, Ende des 17. Jahrhunderts: Der Gardeoffizier Cyrano de Bergerac (Peter Dinklage, u.a Game of Thrones) ist begabt – sowohl im Umgang mit der Schreibfeder wie im Umgang mit der Degenklinge. Bloss mit der Liebe will es nicht so recht klappen. Denn Cyrano ist aufgrund seiner Erscheinung überzeugt, dass die schöne Roxanne (Haley Bennet) seine Gefühle für sie niemals erwidern wird. Als sie ihm anvertraut, dass sie sich in den gutaussehenden Kadetten Christian (Kelvin Harrison Jr.) verliebt hat, hilft Cyrano dem Nebenbuhler, die Angebetete zu umwerben. Er schreibt in Christians Namen Briefe an Roxanne und verleiht so seinen eigenen Emotionen Ausdruck. Regisseur Joe Wright (u.a. Anna Karenina) inszenierte das romantische Versdrama von Edmond Rostand als üppiges und elegantes Mantel-und-Degen-Musical.

Belfast | 15. August - Presenting Partner: Radio 32

Der neunjährige Buddy (Jude Hill), Sohn einer typischen Familie aus der protestantischen Arbeiterklasse, liebt Kinobesuche, Matchbox-Autos und seine hingebungsvollen Grosseltern. Ausserdem schwärmt er für eine katholische Mitschülerin. Als im Sommer 1969 die gesellschaftspolitische Spannungen in Belfast eskalieren, findet seine idyllische Kindheit jedoch ein jähes Ende. Regisseur Kenneth Branaghs liebevoller und bewegender Einblick in den Alltag seiner nordirischen Heimatstadt basiert auf persönlichen Erinnerungen. Vor der Kamera versammelt Branagh ein hochkarätiges Ensemble, darunter Oscar-Gewinnerin Judi Dench und Charakterdarsteller Ciarán Hinds (u.a. Harry Potter). Und logisch, dass die Musik zu diesem Film von keinem Geringeren als dem Belfaster Weltstar Van Morrison stammen kann.

Stürn: Bis wir tot sind oder frei | 16. August

In ihrem Kampf gegen das rückständige Rechtssystem der 1980er Jahre findet die idealistische Anwältin Barbara Hug einen unerwarteten Verbündeten: den egoistischen Kriminellen Walter Stürm. Hug möchte seine Popularität als Ausbrecherkönig für ihr Ziel nutzen, den Schweizer Strafvollzug zu reformieren. Doch je weniger der Verbrecher sich ihrer Logik beugt, desto mehr verfällt sie der Faszination seines unbändigen Freiheitswillens. Stürm wird der sprichwörtliche Felsen, an dessen Widerstand Hug wachsen muss. Regisseur Oliver Rihs beweist nach der Klamotte «Achtung, fertig, WK!», dass er auch das dramatische Fach beherrscht. Die Verfilmung der Geschichte über Walter Stürm ist spannend inszeniert und mit einem erstklassigen Schweizer Schauspielensemble besetzt.

Madres Paralelas | 17. August

Pedro Almodóvar greift in seinem neusten Film eines seiner Lieblingsthemen auf: die Mutterschaft. Die Geschichte handelt von zwei Frauen, die beide ihr erstes Kind erwarten und sich kurz vor der Geburt zufällig im Krankenhaus kennenlernen. Beide sind Single und wurden ungewollt schwanger. Janis, mittleren Alters, bereut nichts und ist in den Stunden vor der Geburt überglücklich. Der Teenager Ana, das genaue Gegenteil, ist verängstigt und traumatisiert. In der Hauptrolle brilliert Penélope Cruz, daneben sind Kultstar Rossy de Palma, Julieta Serrano und die Neuentdeckung Milena Smit zu sehen. Cruz, die für manche Kritiker in diesem Film die bisher beste Leistung ihrer Karriere ablieferte, wurde an den Filmfestspielen von Venedig als beste Schauspielerin ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.

Un Triomphe | 18. August

Étienne, ein mässig erfolgreicher Schauspieler, übernimmt in einem Gefängnis die Leitung eines Theaterworkshops. Überrascht vom Talent der ungleichen Truppe beschliesst er, Becketts «Warten auf Godot» zu inszenieren und ausserhalb der Gefängnismauern aufzuführen. Energisch kämpft er dafür, dass die Häftlinge dafür das Gefängnis jeweils unter Aufsicht verlassen dürfen. Eine triumphale Tournee beginnt. Und mit jeder Probe und jedem Bühnenauftritt vertieft sich die Freundschaft zwischen Étienne und den Gefangenen. Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt Regisseur Emmanuel Courcol eine berührende Geschichte mit Herz und Humor. Kad Merad (u.a. Bienvenue chez les Ch’tis), überzeugt in der Hauptrolle dieser unterhaltsamen und spritzigen Komödie mit viel französischem Charme.

The Worst Person in the World | 19. August

Julie wird dreissig und ihr Leben ist ein Chaos. Überfordert von den vielen Möglichkeiten, die ihr offenstehen, kann sie sich weder beruflich noch privat festlegen. Als sie eines Nachts in eine Party platzt, lernt sie den jungen und charmanten Eivind kennen. Es dauert nicht lange, bis sie sich von ihrem Freund Aksel trennt und sich, in der Hoffnung auf eine frische Perspektive für ihr Leben, mit Eivind in eine neue Beziehung stürzt. Der dritte Film in Joachim Triers Oslo-Trilogie ist ein humorvolles Drama über die Liebe in der heutigen Zeit und darüber, wie man sich trotz unendlicher Möglichkeiten wie der schlechteste Mensch der Welt fühlen kann. Renate Reinsve als Julie hat mit ihrer beeindruckenden Leistung beim Filmfestival Cannes 2021 den Preis für die beste Darstellerin gewonnen.

The Power of the Dog | 20. August

1925 – der Wilde Westen hat seine romantisch verklärte «wilde Zeit» längst hinter sich. Doch Phil Burbank gebärdet sich noch immer wie ein Cowboy aus dem Bilderbuch: übertrieben männlich, laut und roh wie ein Fels. Zusammen mit seinem Bruder George betreibt er in Montana eine Farm. Als der ruhige und kultivierte George die verwitwete Rose zur Frau nimmt, missfällt das Phil. Er betrachtet Rose als Rivalin, beginnt sie zu demütigen und treibt sie schliesslich in den Alkoholismus. Als ihr Sohn Peter, der Medizin studiert, seine Mutter während den Ferien besucht, um sie aus den trüben Gedanken zu reissen, beginnt plötzlich eine Verschiebung der Machtverhältnisse. Die Neuseeländerin Jane Campion erhielt für ihren revisionistischen Western 2022 den Oscar und den Golden Globe als beste Regisseurin, Benedict Cumberbatch eine Oscar-Nomination und den Golden Globe als bester Hauptdarsteller.

The Last Bus | 21. August

Ein herzerwärmendes Roadmovie und eine britisch-schwarzhumorige Komödie in einem: Erzählt wird die Geschichte vom 90-jährigen Tom, der seit fünfzig Jahren zufrieden in einem abgelegenen Dorf am nördlichsten Punkt Schottlands lebt. Als seine geliebte Frau stirbt, macht er sich mit dem öffentlichen Regionalbus auf, um ihre Asche in den Süden, ans andere Ende der Insel zu bringen. Dorthin, wo sich die beiden einst kennengelernt und verliebt haben. Dass diese Reise nicht ohne Zwischenfälle und Überraschungen von statten geht, versteht sich von selbst. Der britische Charakterdarsteller Timothy Spall (u.a. The King’s Speech) spielt seine Rolle als Tom überzeugend und fängt mit viel Intuition die verschiedenen Facetten eines gebrechlichen, aber willensstarken Mannes ein.

Weitere Infos: altesspital.ch

Quelle: Radio 32
veröffentlicht: 17. Juni 2022 15:00
aktualisiert: 27. Juni 2022 10:52